
In Horrem besuchten sie noch das Stadion des ortsansässigen Sportvereins, das seinen Namen nach der Trips-Familie erhielt, und im benachbarten Quadrath – Ichendorf empfingen Baronin und Baron von Abercron die alten Fahrzeuge und deren Teams sehr freundlich im Innenhof ihres weitläufigen Anwesens.
Auf Burg Binsfeld war die Freude über den Besuch der Fahrtteilnehmer ebenfalls groß, denn das ehemals herrschaftliche Anwesen beherbergt heute eine Senioren – Residenz, deren Betreiber es sich nicht nehmen ließen, die Bewohner nebst deren Besucher mit einem eigens für die Veranstaltung gestalteten Flyer auf das sonntägliche Erlebnis vorzubereiten. Die Lenker der betagten Autos und Motorräder überbrachten als Gruß je zwei Nelken, die ihnen zuvor an einer Kontrollstelle übergeben worden waren. Neben dieser leicht zu lösenden Aufgabe hatten die Organisatoren weitere, erheblich höhere Hürden aufgebaut, um die Leistungen von Fahrzeugen und Lenkern beurteilen und nicht zuletzt bewerten zu können. So galt es, an einen aufgestellten Pfosten bis auf einen Abstand von exakt 85 cm, gemessen an der Radnabe, heranzufahren. Eine weitere Prüfung bestand darin, das Motorrad oder Auto um 175 cm vorzuziehen. Diese beiden Aufgaben bewältigten nur wenige Besatzungen fehlerfrei, während die sog. Gleichmäßigkeitsprüfung, bei der eine Strecke von 250 Metern Länge mit einer Geschwindigkeit von 16 Stundenkilometern zu durchfahren war, nur mit geringen Abweichungen sekundengenau vollzogen wurde. Neben den genannten Herausforderungen stellte die relativ hohe Tagestemperatur von weit über 30 Grad Celsius in der Sonne eine spezielle Schwierigkeit für die betagten Automobile dar, denn nicht weniger als sieben Besatzungen mussten die Weiterfahrt frühzeitig abbrechen, weil Dampfblasenbildung die Zuführung von Brennstoff sehr stark behinderte und damit ein zügiges Vorwärtskommen unmöglich machte. Zwei weitere Autos schieden wegen defekter Kupplungen aus. Als ein Jaguar im Innenhof des Schlosses havarierte, bestand die Befürchtung einer weiteren Aufgabe. Doch hier zeigte sich die Verbundenheit und Hilfsbereitschaft unter Teams. Mit vereinten Kräften behoben die Freunde den Schaden in der Mittagspause, so dass der Jaguar auch die zweite Schleife unter die Räder nehmen konnte und schließlich sogar den zweiten Platz in der Klasse B belegte. Überhaupt schien die Hitze den Autos aus den 1920er bis 1950er weniger auszumachen als denen, die nach 1952 gebaut wurden, denn nur eines von ihnen konnte seine Besatzung nicht ins Ziel bringen. Außerdem belegte ein Auto der Klasse A, nämlich der 1933er Austin 7 Special des Teams Müller/Stüber den 2. Platz in der Gesamtwertung, während der Sieg mit hauchdünnem Vorsprung von 2 Punkten an den 1965er Volvo P121 Coupé des Teams Elsenbroich/Sander ging. Sieger in der Klasse A war das bereits erwähnte Austin 7 – Team vor dem Ford A von Harald Hürth und dem Packard von Meinrad Feldhoff. In der Klasse B belegte der MG TC von Cornelius Brecher den ersten Platz vor dem XK 120 OTS der Familie Gasbers und dem Morris 8 Saloon der Defrains aus Aachen.In der mit 24 Teilnehmern gut besetzten Klasse C der Baujahre 1953 bis 1962 errangen die Geschwister Conrads mit ihrem 1962er VW 1200 den ersten Platz vor dem 1959er TR 3 von Horst Trost. Im 51 Starter umfassenden Feld der Klasse D, in der automobile Produkte aus den Baujahren 1963 bis 1975 um den ersten Platz rivalisieren, setzte sich der Elsenbroich – Volvo P121 vor dem 356C von Erhard Stolz, dem Fiat 500 Nuovo von Rüdiger Wolf und dem VW 1302 Cabrio von Peter Urbach durch. Schon fast traditionsgemäß gewann Hans Thelen mit der BMW 25/3 die Motorrad-Klasse E vor der BMW R60 von Resi und Heinz Uelpenich, während der Pokal für die Lady-Drivers nicht zum ersten Male an Elke Engelhard auf ihrem Porsche 356B ging.
Mit Spannung erwartet wurde auch wieder die Verleihung des Rosengart – Pokals, den Karl-Heinz Bonk vor Jahren stiftete. Der Gewinn dieser Trophäe ist insofern kaum beeinflussbar, als sie alljährlich verliehen wird an die- oder denjenigen, der auf dem Platz in der Gesamtwertung ankommt, der der Auflage der jeweiligen Trips – Fahrt entspricht. In diesem Jahre war das demnach der 31.Rang. Den belegten Paula und Joachim Selke auf ihrem 1967er Glas T250 „Goggomobil“. Die Ehrung war dieses Mal wieder ein Grund zu besonderer Freude, denn der ungefähr 1,50 Meter hohe Pokal ließ sich nur unter Mühen im Kleinwagen aus Dingolfing verstauen. Überhaupt scheint die spezielle Auszeichnung geradezu von den kleinen Fahrzeugen von BMW, Glas, Fiat und Messerschmitt angezogen zu werden, denn in den vergangenen 10 Jahren konnten überwiegend Kleinwagen diesen Pokal mit in die heimische Garage nehmen. Alle Fahrzeuge aber erhielten wie immer eine zum Thema passende Erinnerungs-Plakette, die in diesem Jahre ein Porträt von Graf Berghe von Trips mit Helm zeigt.Am Abend nach der Veranstaltung freuten sich alle Beteiligten beim „Helfermahl“ über eine gelungene Veranstaltung. Selbst die am Tage anwesenden Mitglieder des Stiftungsrates berichteten von einem kaum zu bewältigenden Ansturm auf den Teil der Exponate aus der ehemaligen „Villa Trips“, der seit April in Schloss Loersfeld ausgestellt ist, ein erfreulicher Nebeneffekt.
Im nächsten Jahre wird man die 32. Auflage der Trips-Fahrten am 18. August 2019 wieder auf Schloss Loersfeld ausrichten. Vermutlich wird sie unter dem Motto stehen „Bewegung mit 1PS“. Alle warten gespannt darauf, ob dann Pferde die historischen Fahrzeuge ersetzen werden und hoffen auf ähnlich gutes Wetter bei nicht allzu großer Hitze.